Abb.: Nordwand der Sakristei mit den Blendfenstern
Dachbalken, Sparren und Liegehölzer wurden erneuert, das Dach mit Lärchenholzbrettern eingeschalt und dann mit Bleiplatten eingedeckt. Kupfer-Dachrinnen und -Fallrohre bilden den sichtbaren Abschluss der Wiederherstellung. An der Ostwand der Sakristei finden sich verschiedene Erprobungsflächen zur Backstein- und Fugensanierung, die noch für einige Zeit belassen werden müssen. Vom Dachraum der Sakristei besteht ein Zugang zum Kircheninnern über der nördlichen Empore des Chorraums. Dieser Zugang wurde für eine spätere Öffnung nach Abschluss der Innenrestauration vorbereitet. Ergänzend erfolgte der Einbau eines Dachfensters in die Westseite der Dachfläche.
Nach dem Absichern des südlichen Kircheneingangs wurde das Mauerwerk schrittweise abgetragen. Die gesamte Umfassung des Südportals hatte sich vom weiter innen gelegenen alten Mauerwerk abgelöst und stürzte zum Teil in großen Flächen ab. Glücklicherweise kam hier wie schon bei den bisher erfolgten Arbeiten niemand zu Schaden. Die Südfassade wurde durch Stützen großflächig abgesichert. An der Abrissfläche zeigten sich die Umrisse eines ursprünglichen sehr großen Eingangsportals, wie es bis zum 18.Jahrhundert wohl bestanden hat. Die Verkleinerung dieses Portals war offensichtlich notwendig geworden, nachdem der Einbau der Empore des J.J.Eschels an der Südseite des Langhauses zu einer wesentlichen Schwächung der Außenwand und statischen Problemen geführt hatte. Aus den gleichen statischen Gründen konnte die kurz angedachte Wiederherstellung des Portals in der alten Form und Größe nicht realisiert werden. Doch wurde das Portal auf eine Durchgangsbreite von 165 cm vergrößert. Es gelang sehr schön, die Symmetrie zur Sonnenuhr und dem gotischen Fenster über dem Portal zu wahren
Abb.: Abrissflächen des ursprünglichen Portals
und das Südportal in erneuerter
Form
Um die Gestaltung der Eingangstür gab es und gibt es noch einen großen Dissenz zwischen dem Architekten und mir. Die derzeitige Gestaltung ist sicher nicht endgültig. Form und Farbgebung und die rahmenlose Ausführung sowie das Oberlicht sind umstritten. Die Gestaltung der Tür muss auch im Zusammenhang mit der Neugestaltung des Innern in diesem Bereich und der Gestaltung des Windfangs gesehen werden. Leider gibt es für diese Tür kein gesichertes Archivmaterial aus der Zeit vor 1900, auf das die Planung hätte zurückgreifen können. Die Vorgängertür aus der Zeit vor 1970 war als einfache Stalltür mit innenliegenden Schmiedegehängen, einem kleinen Türausschnitt rechts als Eingang und zwei kleinen Fenstern im Oberlicht ausgeführt. Diese Form konnte nicht mehr übernommen werden.
Ausblick
Für das Jahr 2009 sind vom Förderverein zu finanzierende Restarbeiten
an der Südfassade des Chors und der Ostwand des Südseitenschiffs
geplant und schon großenteils abgeschlossen. Auch die Sanierung des
kleinen Ziegeldachs über der sog. Frauenpforte steht noch an.
Die Kirchengemeinde muss sich ganz auf die Wiederherstellung der defekten
Heizungsanlage konzentrieren, zu der eine eingehende Projektplanung eingeleitet
worden ist. Modelle von Wandflächen- oder Fußbodenheizungen
wurden aus Kostengründen aber auch aus Gründen der Logistik verworfen.
Die Entscheidung ist zugunsten der vollständigen Erneuerung und Optimierung
der bisherigen Anlage gefallen. Die Umstellung auf Gasbetrieb ist
bereits erfolgt.
Nach dem Ende der Konzert-Saison ist die Innenrestauration der Wände
des Langhauses vorgesehen, die bis Weihnachten abgeschlossen sein soll.
Zur Restauration des Turms reichen die derzeit absehbar zur Verfügung
stehenden Mittel nicht aus.
Sie bleibt zunächst frommer Wunsch.
Voller Dankbarkeit sehen die Kirchengemeinde und der Förderverein
der St.Johanniskirche auf das bisher Erreichte. Die kommende Zeit wird
neue Herausforderungen stellen, doch besteht nach den bisherigen Erfahrungen
eine berechtigte Gewissheit, dass die Restaurationsarbeiten in den Folgejahren
zu einem Abschluss gebracht werden können.
Endgültig zuende gebracht werden können die Restaurationsmaßnahmen
bei einem so alten und für die kleine Kirchengemeinde übergroß
dimensionierten Gebäude nicht.
Dr. Hans Dieter Birkhoff, Vorsitzender